Geschichte

Schlossmuseum und Park

Der mächtige Bergfried der einstmaligen Wehrburg Oberhofen entstand wohl um 1200 und ging im 14. Jahrhundert an das Haus Habsburg über.

Nach der Niederlage der Habsburger bei der Schlacht von Sempach 1386 zog Bern die Herrschaft Oberhofen an sich und verkaufte sie Ludwig von Seftigen und seiner Schwester Antonia von Scharnachthal. 1421 kamen Burg und Herrschaft endgültig an die Scharnachthal, eines der führenden und reichsten Geschlechter der Stadt Bern. Bis zum Tod des letzten Vertreters 1590 blieb es in Familienbesitz. Danach gelangte Oberhofen an einen Zweig der wohl bedeutendsten bernischen Familie überhaupt, an die von Erlach.

Von 1652 bis 1798 Landvogteisitz und zum Schloss ausgebaut, kam das Anwesen 1801 in Privatbesitz. 1844 kaufte Albert Graf de Pourtalès aus dem damals noch preussischen Neuenburg Schloss Oberhofen und baute es zu einer Sommerresidenz um. Noch heute prägen die Bauten und Türmchen im historistischen Stil das Erscheinungsbild. 1925 gab es einen Besitzerwechsel, neuer Eigentümer des Schlosses wurde der amerikanische Rechtsanwalt William Maul Measey. Er überführte die Liegenschaften und den Park 1940 in eine Stiftung und sorgte dafür, dass Schloss Oberhofen unter die Fittiche des Bernischen Historischen Museums kam, das ein Wohnmuseum einrichtete und 1954 der Öffentlichkeit zugänglich machte.

2009 wurde Schloss Oberhofen in die Unabhängigkeit entlassen und ist seitdem als selbständige privatrechtliche Stiftung tätig. Mit dem Neubau, der den seeseitigen Abschluss der Dependenzen bildet, wurde eine Brücke ins 21. Jahrhundert geschlagen. Seit 2013 ist im Kubus mit Terrasse am See das Restaurant Schloss Oberhofen in Betrieb.

 

 

 

   

Dem Schloss angegliedert ist ein ca. 2,5 ha grosser Park. Diese eindrückliche Gartenanlage enthält eine überwältigende Palette historischer Gartenkunst. Der Park entstand um 1840 und durchlief sämtliche Modeströmungen, welche vielfach bis heute erhalten blieben. Beispiele historischer Gartenkunst sind die Sommerbepflanzung, die vielen Buchsornamente, die Vielfalt an Nadelgehölzen, und die eindrückliche Gartenlaube aus Hainbuchen.